Lesetipp von
Sigrid Lemke
21.01.2022

Der neue Roman von Kirsten Boie führt uns zurück nach Hamburg im Juni 1945. Die Stadt liegt in Trümmern, britische Soldaten und Menschen ohne Wohnung bestimmen das Stadtbild. Wir lernen drei Jugendliche kennen: Jakob, ein Halbjude, der untergetaucht ist und bis vor einigen Tagen noch von einem Nachbarn versorgt wurde, doch nun ist der seit einigen Tagen nicht mehr gekommen. Jakobs Hunger überwiegt die Angst und so traut er sich auf die Straße. Er lernt Hermann kennen, der ein strammer Hitlerjunge war und nun nicht so recht weiß, was er glauben soll. Sein Vater, überzeugter Nazi, ist als Invalide aus dem Krieg zurück gekommen und nun ständig auf die Hilfe von Hermann und seiner Mutter angewiesen ist. Und auch Traute, ein Mädchen aus dem Viertel muss sich in dieser neuen Situation erst einmal zu Recht finden. Die Jugendlichen sind durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden.

„Heul doch nicht, du lebst ja noch" ist ein Roman für Jugendliche ab 14. Aber auch für Erwachsene ist dieser Rückblick auf ein Stück Hamburger Geschichte informativ und spannend. Kirsten Boie beschönigt nichts, aber sie lässt den Leser:innen Hoffnung und Aussicht auf bessere Zeiten: "Alles ist anders. Und wer weiß. Vielleicht wird wirklich alles gut."

Jugendbuch
Oetinger, 14,00 €

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